Vom Obst zum Schnaps - Wie ich unseren Hausbrand brenne

Donnerstag 26. November 2015 Rüdiger’s Talgeschichten


Selbst gebrannter Schnaps im Hörnlepass Kleinwalsertal

Der Winter im Kleinwalsertal ist lang und kalt. Da kann ab und zu - nach einem langen Tag im Freien oder nach einem zünftigen Essen - ein Schluck „Feuerwasser“ nicht schaden. Wie bei allen kulinarischen Genüssen schmeckt Schnaps natürlich am besten, wenn er selbst gemacht ist. 

Jedes Jahr im November verarbeite ich einen Teil unserer Obsternte zum Hörnlepass-Hausbrand, der bei unseren Gästen sehr beliebt ist. Am liebsten verwende ich für unseren Hausbrand Äpfel, Birnen, Zwetschken, Mirabellen oder Kirschen. Dieses Jahr - ein gutes Jahr für die Obsternte - habe ich mich auf Äpfel und Mirabellen konzentriert. 

Der Prozess des Brennens beinhaltet drei wesentliche Phasen: Die Maische, den Erstbrand und den Feinbrand. Die Maische ist sozusagen die Vorstufe des eigentlichen Brennvorgangs. Hier wird das Obst von Stielen und Druckstellen befreit und zerkleinert, in einem Fass mit kochendem Wasser abgebrüht  und nach mehrmaligem Umrühren etwa fünf bis sechs Monate der Gärung ausgesetzt.  

Nach dieser Gärzeit beginnt das eigentliche Brennen. Das Destillat des ersten Brennens nennt sich Erstbrand. Aus 40 Litern Maische gewinne ich ca. sechs Liter Erstbrand.  

Anschließend folgt der zweite Brennvorgang, bei dem der Erstbrand erneut gebrannt wird. Das, was nun in den Auffangbehälter fließt, ist fertiger, himmlisch guter Schnaps mit einem feinen Fruchtgeschmack.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass nicht jeder einfach Schnaps brennen darf. Hierzu benötigt man eine Brennlizenz. Also bitte nicht einfach nachmachen!

Am besten Sie schauen mal bei uns am Hörnlepass vorbei und stoßen mit uns an!  

Zum Wohle! 

Ihr Rüdiger Keck

Rüdiger's Talgeschichten

Grüaß aib! Das Kleinwalsertal hat viel zu bieten und eine lange, bewegte Geschichte. Als Ur-Walser werde ich Ihnen hier immer wieder saisonale Geheimtipps für Aktivitäten und Sehenswertes an die Hand geben. Auch über die Walser Geschichte und Traditionen werden Sie hier allerhand erfahren.


Ihr Rüdiger Keck