KRAUT DES MONATS - BORRETSCH

Dienstag 26. Juli 2016 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Tipps zur Heilkraft und Anwendung von Borretsch

Borretsch - Borago officinalis 

Der Borretsch, auch Gurkenkraut genannt, blüht aktuell nicht nur im Alpenkräutergarten am Hörnlepass, sondern fast überall in Mitteleuropa. Das unscheinbare Gewächs ist sowohl in der Küche, als auch als Heilmittel und in der Kosmetik vielseitig einsetzbar. Zudem werden ihm eine ganze Reihe magischer Kräfte zugesprochen. Was der Borretsch alles kann und wie Sie sich seine Kräfte zunutze machen können, möchte ich Ihnen heute zeigen.

Borretsch ist in ganz Europa sowie in Nordamerika verbreitet und blüht von Juni bis Oktober. Die einjährige Pflanze mit den hübschen blauen Blüten aus der Familie der Rauhblattgewächse kann eine Wuchshöhe bis zu 60 cm erreichen und wächst besonders gerne auf nähstoffreichen Böden.

Während man Borretsch in der Küche - z.B. im Gurkensalat oder in der Frankfurter Grünen Soße - im frischen Zutand verarbeitet, da er nur dann sein an Gurken erinnerndes Aroma entfaltet, wird er als Heilkraut im getrockneten wie frischen Zustand verwendet.

Die Geschichte des Borretsch ist eng mit der Geschichte der Menschheit verknüpft. Schon die Kelten sollen Überlieferungen nach den Borretsch, dessen Name sich vom keltischen Wort „porrach“ (heroische Person) ableitet, besonders geschätzt und zur Steigerung ihres Mutes Wein mit darin eingelegten Borretschblättern genossen haben. Später verabschiedete man auch die Seefahrer mit einem Trunk, der Borretsch enthielt. Sterbenden wurde als letzter Trunk ein Glas Quellwasser mit drei Borretschblüten verabreicht, um ihren Mut und ihre Zuversicht für den Übergang ins Jenseits zu stärken. Auch für einen guten Schlaf und angenehme Träume wurde Borretsch eingesetzt. Hierzu wurde einfach ein Borretsch-Strauß ins Schlafzimmer gestellt.

Folgende Heilwirkungen werden dem Borretsch zugesprochen:

• Herzstärkend

• Reizmildernd

• Schleimlösend

• Harntreibend

• Blutreinigend

• Kühlend

• Belebend

• Fiebersenkend

• Nervenstärkend

• Zahnschmerzen hemmend

Doch das Kraut wird bereits seit Jahrhunderten auch noch wegen seiner weiteren Vorzüge geschätzt. In der esotherischen Lehre ist der Borretsch Balsam für das Herz und steht für den Umgang mit Trauer und Verlust. Die Borretschblüten-Essenz öffnet das Kehlkopfschakra und bringt Lebensfreude und Mut in verzagte Herzen zurück. Das Gefühl, auf das die Heilschwingung von Borretschblüten einwirkt, ist das von Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Mutlosigkeit, Kummer bis hin zu Verzweiflung. Die Blütenessenz hilft zudem bei Atembeschwerden.

Um sich die Kräfte des Borretsch zunutze zu machen, können Sie ihn auch in Form von Tee, Umschlägen, Creme, Ansatzöl, Tinkturen oder als Bad anwenden.

Einen Borretsch-Tee können Sie folgendermaßen selbst herstellen:

Übergießen Sie einen Teelöffel Kraut mit 1/4 Liter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 6 bis 10 Minuten ziehen. Mehr als zwei Tassen täglich sind jedoch nicht empfehlenswert. Kräutertee sollte grundsätzlich nicht über eine längere Zeit getrunken werden.

Zur Behandlung von trockener Haut oder Hautreizungen eignen sich Gesichtspackungen mit Borretschblättern. Hierzu zwerkleinern sie das frische Kraut mit einer Küchenmaschine und mischen etwas Quark und Honig hinzu. Das Gemisch tragen Sie nun wie eine Gesichtsmaske auf. Nach einigen Minuten tragen Sie die Maske mit einem weichen Tuch ab und reinigen die Haut mit Wasser. 

Eine Abkochung aus Wein ergibt ein wirkungsvolles Heilmittel gegen Fieber oder Masern bei Erwachsenen.

Bei Schwächeanfällen mit Herzklopfen und Ermüdung reicht es aus, die Pflanze unter die Nase zu halten und an ihr zu riechen. 

In Form eines Augenheilbades hilft Borretsch bei angestrengten, müden Augen.

Zahnweh wird gelindert oder gar vertrieben, indem man frische Blüten oder Blätter kaut. Achten Sie dabei darauf, die Blüten oder Blätter nicht herunterzuschlucken, sondern wieder auszuspucken.

Gerne stehe ich Ihnen für Fragen rund um den Borretsch jederzeit zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren.

Ihre Christine Keck

Die Verwendung von Heilkräutern ersetzt Ihnen nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes.

Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke

Servus! In diesem Bereich möchte ich mein Wissen rund um Bergkräuter und Heilpflanzen mit Ihnen teilen. Zudem finden Sie hier hilfreiche Tipps zur Entspannung - für den Urlaub und für den Alltag. Ich freue mich auf spannende Diskussionen. 


Ihre Christine Keck