KRAUT DES MONATS - GARTENSALBEI

Freitag 30. September 2016 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Tipps zu den Heilkräften und zur Anwendung von Salbei aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Gartensalbei - Salvia officinalis

Der Gartensalbei, auch Küchen- oder Heilsalbei genannt, ist zwar nur eine von weltweit mehr als 500 verschiedenen Salbeiarten, jedoch in unserem Kulturkreis die Bekannteste. Wie die Namen schon vermuten lassen, eignet sich der Gartensalbei nicht nur als Gewürz in der Küche, sondern er hat auch eine ganze Reihe von Heilkräften. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen erklären, was Salbei alles kann.

Der Gartensalbei waren bereits im Altertum bekannt und wurde im Mittelalter von Mönchen aus dem südeuropäischen Raum über die Alpen gebracht. Schon der lateinische Name Salvia - abgeleitet von salvare, dem lateinischen Wort für heilen - deutet auf seine Heilkraft hin. 

Im Mittelalter war beispielsweise eine Redewendung rund um den Salbei sehr beliebt: „Warum soll der Mensch sterben, wenn Salbei in seinem Garten?“ 

Heilwirkung 

Salvia officinalis enthält einen hohen Anteil ätherischer Öle sowie Bitter- und Gerbstoffe. 

Salbei ist ein wahres Multitalent, was die Heilwirkung betrifft. Je nach Art der Anwendung wirkt das Kraut unter anderem antiseptisch, entzündungs- und schweißhemmend, nervenstärkend, kräftigend und hilft gegen Halsschmerzen, Insektenstiche und -Bisse, Herpes sowie Durchfall.

Anwendung 

Zur inneren Anwendung, beispielsweise bei Halsentzündungen, eignet sich ein Salbeiaufguss. Zur Behandlung kann man mehrmals jeweils drei Mal mit den Aufguss gurgeln. Der Aufguss sollte nach dem Gurgeln immer wieder ausgespuckt werden. Bei Menschen, die an starkem Schwitzen leiden, helfen Waschungen mit dem Aufguss. 

Mit einem Tee aus Salbeiblättern lassen sich beispielsweise Halsschmerzen schnell und wirkungsvoll behandeln. Der Tee sollte allerdings nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. 

Für die äußere und innere Anwendung eignet sich eine Salbeitinktur. Hierzu pflücken Sie an einem sonnigen Morgen 100g Salbeiblätter, lassen diese im Schatten leicht antrocknen und schichten sie in ein verschließbares Glas. Anschließend übergießen Sie die Blätter mit 100ml Alkohol. Nun lassen Sie alles für 14 Tage an einem sonnigen Ort ziehen. Damit alle Pflanzenteile mit Flüssigkeit bedeckt sind, können Sie das Glas immer mal wieder schütteln. Nach zwei Wochen filtern Sie die Salbeiblätter ab und füllen die fertige Tinktzur in dunkle Falschen ab.  

Zur inneren Anwendung der Salbeitinktur mischen Sie 2-3 Tropfen mit etwas Wasser und nehmen die Mischung ein. Die Einnahme sollte jedoch nicht länger als maximal zwei Wochen erfolgen. Zur äußeren Anwendung kann die Tinktur einfach auf die Haut gerieben werden. 

Bei Lippenherpes empfiehlt es sich, ein Salbeiblatt zwischen die Lippen zu nehmen und es einige Minuten wirken zu lassen.

Räuchern mit Salbei

Früher wurde Salbei, jedoch meist der Weisse Salbei, zum Räuchern verwendet. Besonders beliebt war das Räuchern des Hauses, um es zu desinfizieren oder um es von negativen Energien zu befreien. Auch zur Aurareinigung war das Räuchern mit Salbei sehr beliebt. Ich selbst räuchere immer wieder mit Salbei, wenn ich unser Haus energetisch reinige. 

Dazu spreche ich dann meist das folgende Gebet: 

Großmutter Erde, Großvater Himmel,
danke dass ich Euer Kind, den Salbei
nun verwenden kann, um mein Heim zu reinigen.
Ich geben seinem heiligen Rauch den Auftrag,
alle angesammelte Negativität zu neutralisieren und aufzulösen,
sodass meine Familie und ich
hier in Freude, Frieden und Harmonie 
wachsen und leben können.
So sei es jetzt.

Für zwischendurch und frischen Duft halte ich einfach ein getrocknetes Salbeiblatt über eine Kerze und schon entwickelt sich ein aromatischer Duft im Raum, der beispielsweise belastende Gedanken oder Stimmungen löst. 

In der Küche

Salbei eigenet sich hervorragend als Gewürz zum Verfeinern in der Küche, da er nicht nur sehr aromatisch ist, sondern auch die Verdauung fördert. Besonders für Fischgerichte ist Salbei ideal, aber auch als Zugabe in Kräutersalzen. Mit Salbeiblättern ausgebackene Bier- und Pfannkuchenteige sind in wahres Gedicht. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Folgendes Rezept für eine Dinkel-Salbei Käsepfanne möchte ich Ihnen wärmstens ans Herz legen: 

Zutaten:

  • 2 Tassen Dinkelkörner (über Nacht quellen lassen)
  • 1 EL Öl oder 2 EL Butter
  • 250g Schaftskäse
  • Salz, Salbei und Muskat

Die Zubereitung:

Die  Dinkelkörner in Öl gründlich anrösten, den Salbei dazugeben und mit einer Tasse Wasser auffüllen. Nun alles 10 Minuten kochen lassen und würzen. Anschließend den Dinkel in eine feuerfeste Pfanne geben, mit Schafskäse belegen und im Ofen bei mittlerer Temperatur ca. 20 Minuten ziehen lassen. Am Schluss die Temperatur erhöhen, damit der Käse goldbraun wird. Fertig. 

Ich wünsche einen guten Appetit.

Ihre Christine Keck

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes.