KRAUT DES MONATS – SPITZWEGERICH

Mittwoch 31. Mai 2017 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Tipps und Rezepte zur Anwendung von Spitzwegerich aus dem Hörnlepass Kleinwalsertal

Im Wonnemonat Mai blühen nicht nur wir Menschen auf. Auch die Pflanzenwelt zeigt sich aktuell von ihrer schönsten Seite. Ein reich gedeckter Tisch für Insekten, die sich derzeit auch gerne wieder gerne über unsere Haut hermachen. Ein Kraut, das bei Insektenstichen, aber auch bei vielen anderen Hautleiden hilft und sogar antibiotisch wirkt, ist der Spitzwegerich. Heute möchte ich Ihnen zeigen, wie Sie sich die Heilkräfte dieser Pflanze zunutze machen können. 

Der Spitzwegerich, auch Spießkraut, Lungenblattl oder Schlangenzunge genannt, war ursprünglich nur in Europa heimisch, hat sich mittlerweile aber weltweit verbreitet. Der König (rih) des Wegs (wega) wächst gerne an Wegrändern sowie auf Fettwiesen, Rasenflächen und Äckern. Er erreicht Wuchshöhen bis 50 Zentimeter und seine Wurzeln reichen bis zu 60 cm in die Tiefe.

Die Blütezeit dieser seit Jahrhunderten geschätzten Heilpflanze reicht von Mai bis September. Ich sammele ihn ab Ende Mai und verarbeite ihn zu verschiedenen Produkten wie etwa zu verschiedenen Kräutertees.

In Zeiten des Mangels wie etwa in den Jahren nach den beiden Weltkriegen oder während der Weltwirtschaftskrise war Spitzwegerich ein beliebter Ersatz für die klassischen Salate, die in diesen Zeiten nicht erhältlich oder für viele unerschwinglich waren. In der Küche des Hörnlepass nutzen wir den Spitzwegerich auch ohne Not und Mangel, denn vor allem die Blüten haben einen nussigen Geschmack, mit dem sich Gerichte toll aromatisieren lassen. Probieren Sie’s auch zuhause einfach mal aus.

Doch Spitzwegerich kann viel mehr als nur satt machen. Bei Insektenstichen aller Art oder auch bei Brennnesselstichen wirkt er kühlend und schmerzlindernd, wenn man ihn zerreibt und einfach auf den Stich aufträgt.

Mit seinen zahlreichen Inhaltsstoffen wie Aucubin, Catalpol, Asperulosid, Schleimstoffen, Gerbstoffen, Kieselsäure und Saponin wirkt Spitzwegerich reizmildernd und hustenlösend. Deshalb wird er traditionell zur Behandlung von Katarrhen der Luftwege sowie bei entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut eingesetzt.

Doch auch bei Hautentzündungen, Neurodermitis oder bei offenen Wunden hilft Spitzwegerich. 

Hier nun ein paar Tipps zur Anwendung von Spitzwegerich:

Rezept für Spitzwegerich-Teeaufgüsse 

Zur Herstellung eines Teeaufgusses sammeln Sie die Blätter oder das ganze Kraut und trocknen Sie die Pflanzenteile. Nach der Trocknungsphase kann der Spitzwegerich wie ein Tee mit heißem Wasser aufgegossen werden.

Rezept für Spitzwegerichsaft

Einen Spitzwegerichsaft erhalten Sie, wenn Sie gesammelte Blätter auspressen.

Rezept für Spitzwegerichsirup

Zur Herstellung eines Spitzwegerichsirups – ein wirksamer Hustensaft, der sich auch zur Anwendung bei Kindern eignet –  benötigen Sie 25 g Blätter und Blüten, 500 ml Wasser und 175 ml Waldhonig. Geben Sie die Spitzwegerich-Blätter in einen Topf und übergießen Sie sie mit dem Wasser. Lassen Sie den Inhalt nun kurz aufkochen und anschließend für 30 Minuten ziehen. Seihen Sie den Inhalt nun durch ein Sieb ab und bringen Sie die Abkochung erneut zum Kochen. Lassen Sie den Inhalt bis zur Hälfte einkochen. Anschließend lassen Sie die Abkochung auf etwa 40 °C abkühlen und geben den Honig hinzu. Gut umrühren, in Flaschen abfüllen und fertig!

Übrigens: Im Herbst 2013 wurde der Spitzwegerich von Wissenschaftlern der Universität Würzburg aufgrund der enthaltenen antibakteriellen und blutstillenden Wirkstoffe zur „Arzneipflanze des Jahres 2014“ gewählt.

Für Rückfragen zum Spitzwegerich oder anderen Kräutern und Heilpflanzen stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.

Ihre Christine Keck

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen. 

Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke

Servus! In diesem Bereich möchte ich mein Wissen rund um Bergkräuter und Heilpflanzen mit Ihnen teilen. Zudem finden Sie hier hilfreiche Tipps zur Entspannung - für den Urlaub und für den Alltag. Ich freue mich auf spannende Diskussionen. 


Ihre Christine Keck