> > > Betriebsferien: Restaurant und Hotel bis einschließlich 14. Dezember < < <

CHRISTINE’S KRAUT DES MONATS / JUNI: KÖNIGSKERZE

Freitag 29. Juni 2018 Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke


Wissenswertes rund um die Heilpflanze Königskerze aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Heute möchte ich Ihnen mit der Königskerze meine persönliche Lieblingspflanze vorstellen. Sie ist mit ihrer kerzengeraden, hochwachsenden Form und dem langen, gelben Blütenstand nicht nur ein sehr anmutiges Gewächs, sondern auch eine potente Heilpflanze mit einer langen Tradition in der Anwendung.

Königskerze – Verbascum

In unserem Kräutergarten am Hörnlepass wächst aktuell eine riesige Königskerze – mit 2,93 Metern Höhe die größte Königskerze, die ich je gesehen habe. Und das auf einer Seehöhe von 1.060 Metern. Ihr scheint es jedenfalls sehr gut bei uns zu gefallen, was vielleicht auch daran liegt, dass Rüdiger und ich sie jeden Tag für ihre Schönheit und Größe loben. Ich bin davon überzeugt, dass das Sprechen mit den Pflanzen einen großen Anteil an ihrem Wohlbefinden hat. Ich bin richtig stolz auf unsere Königskerze und kann mich jeden Tag aufs Neue darüber freuen, ihr beim Wachsen zuzuschauen. 

Wissenswertes rund um die Heilpflanze Königskerze aus dem Alpengasthof Hörnlepass im Kleinwalsertal

Dass die Menschen der Königskerze schon seit langer Zeit zugeneigt sind und ihr verschiedene Kräfte zuschreiben, lässt sich allein schon an den verschiedenen Namen ablesen, die dieses Gewächs im Volksmund trägt. Winterblom, Wollblume, Wetterkerze und Himmelsbrand sind nur einige dieser Namen. Bereits Hippokrates, der berühmte griechische Arzt der Antike, soll die prominenten Gewächse schon vor etwa 2.400 Jahren zur Behandlung von Wunden eingesetzt haben. Die Universalgelehrte Hildegard von Bingen schrieb dem Kraut vor rund 1.000 Jahren zu, ein „trauriges Herz“ heilen zu können.

Die in Königskerzen enthaltenen Saponine sind seifenartige Stoffe, die besonders für Fische giftig sind. Der Philosoph Aristoteles fand diese Eigenschaft interessant und nutzte sie für den Fischfang, indem er die Samen der Königskerze zur „Benebelung“ der Fische verwendete, wodurch sie sich besser fangen ließen. 

Mythologie

Bei unseren Ahnen war die Königskerze aber vor allem als Wetterpflanze bekannt. Wer sie in der Nähe seines Hauses hat, soll der Überlieferung nach vom Blitz verschont bleiben. Wer sie jedoch von seinem Grund entfernt, verärgere die Wettergötter und erhöhe das Risiko eines Blitzschlages maßgeblich. Nicht zuletzt deshalb darf sich die Königskerze bei uns am Haus ihren Wunschplatz selbst aussuchen. Doch auch als Wetterorakel fungierte die Pflanze. So waren die Menschen davon überzeugt, dass wenn sich die Blütenspitze nach Osten neigt, schönes Wetter folgen würde. Neigt sie sich nach Westen, würde das Wetter schlecht. Anhand der Blütenmenge meinte man gar, die Dauer und Kälte des Winters vorhersagen zu können. Reichen die Blüten weit am Stängel hinunter, würde der Schnee früh kommen. Folgen auf die Blüten wieder Blätter, würde es nach dem ersten Schnee erst einmal eine Schnee-freie Zeit geben. Stehen die Blüten jedoch bis zum Ende des Stängels, so gäbe es angeblich einen kalten und langen Winter mit viel Schnee im Frühjahr.

Auch als Fackel kam die Königskerze verbreitet zum Einsatz. Weil sie „brennet wie eine kertz“, empfahl der Botaniker Otto Brunfels im 15. Jahrhundert, die Königskerze mit „Bech“ (Hartz) zu bestreichen und dann anzuzünden. Wer in der Mittsommernacht mit einer solchen Fackel durchs Dorf laufe, soll vor bösem Zauber beschützt sein.

In Europa wurde die Königskerze der Jungfrau Maria geweiht.

Anwendung 

Königskerzen-Tee

Die häufigste Anwendung findet die Königskerze in Form des „goldenen Tees“ bei Erkältung und Husten. Zur Herstellung eines Königskerzen-Tees übergießen Sie einen Teelöffel Königskerzen-Blüten mit kochendem Wasser und lassen den Tee sieben bis zehn Minuten ziehen. Anschließend seihen sie die Pflanzenteile ab und trinken den Tee angenehm warm.

Königskerzen Haut-Öl

Auch in Form eines Haut-Öls lassen sich Erkältungen und Husten wirkungsvoll behandeln. Zur Herstellung des Öls nehmen Sie die frischen Blüten, geben sie in ein weithalsiges Glas und übergießen sie mit Olivenöl. Stellen Sie das Glas mit halb offenem Deckel nun für drei bis vier Wochen an einen warmen, hellen Platz und schütteln Sie die Mischung regelmäßig. Anschließend seihen Sie die Pflanzenteile ab und füllen das Öl in eine dunkle Flasche. Das Öl können Sie nun bei Husten auf den Brustbereich schmieren und alternativ auch einfach als Hautpflegeöl verwenden.

Schwangere und Stillende sollten vom Gebrauch der Pflanze absehen.

Für Fragen zur Königskerze oder anderen Gewächsen und Heilpflanzen stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.

Ihre Christine Keck 

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen.


Christine’s Kräuter- und Entspannungsecke

Servus! In diesem Bereich möchte ich mein Wissen rund um Bergkräuter und Heilpflanzen mit Ihnen teilen. Zudem finden Sie hier hilfreiche Tipps zur Entspannung - für den Urlaub und für den Alltag. Ich freue mich auf spannende Diskussionen. 


Ihre Christine Keck