Christine's Kraut des Monats

August: Liebstöckel

17. August 2021
Kräuter- und Entspannungsecke

Der Liebstöckel – auch Maggikraut genannt – ist ein Kraut mit einer ganzen Reihe besonderer Kräfte. Welche das sind, was Liebstöckel mit der Partnersuche zu tun hat und wozu sich Liebstöckel in der Küche verwenden lässt, möchte ich Ihnen heute näher bringen.

Liebstöckel – Levisticum

Liebstöckel ist eines dieser Kräuter, über die man ganze Bücher schreiben könnte, so vielseitig und kraftvoll ist es. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen daher nur die wichtigsten Aspekte dieser besonderen Pflanze vorstellen.

Wissenschaftlichen Recherchen zufolge stammt Liebstöckel wahrscheinlich aus dem Nahen oder Mittleren Osten, von wo es über das Mittelmeergebiet ins restliche Europa kam. Wild ist das Kraut, das im Sommer und Herbst geerntet wird, nur in warmen Gebieten zu finden. Da es hierzulande aber in Gemüse- und Kräutergärten angebaut wird, kann es auch hier stellenweise verwildert auftreten.
Bei der Anwendung von Liebstöckel – sei es im Rahmen der Hausapotheke oder in der Küche – muss zwischen den Blättern, den Samen und den Früchten der Pflanze unterschieden werden.

In der Küche

Als Gewürz eignen sich vor allem die frischen Liebstöckelblätter. Mit ihnen lassen sich beispielsweise folgende Speisen würzen:

  • Bunte Gemüsetöpfe und Frühlingssuppen (mit Salz, Pfeffer und Suppengrün)
  • Erbsen- und Bohnensuppe (mit Salz, Pfeffer, evtl. etwas Majoran)
  • Hühnersuppe, Kartoffelsuppe
  • Deftige Pasteten, z.B. aus Leber (mit Pfeffer, Majoran)
  • Saucen für Schweinebraten (mit Pfeffer und Knoblauch)
  • Pilzgerichte
  • Salate
  • Kräutersaucen

Liebstöckel lässt sich wunderbar mit deftigen Kräutern wie Majoran, Zwiebeln, Sellerieblättern und Knoblauch kombinieren.

Doch auch die getrockneten Samen und Früchte können bei der Zubereitung von Eintöpfen und Braten als Würze verwendet werden.

In gut gemeinter Tipp von mir: In der Küche ist bei der Verwendung von Liebstöckel weniger oft mehr, denn zu viel des Guten verdirbt leicht den Geschmack, da das Kraut recht dominant im Geschmack ist.

In der Hausapotheke

Die getrockneten Liebstöckelfrüchte werden zudem traditionell bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen eingesetzt.

Der ganze oder geschnittene, getrocknete Wurzelstock und auch die Wurzeln selbst können zur Durchspülungstherapie bei Harnwegsinfekten und zur Vorbeugung gegen Nierengrieß eingesetzt werden.

Bereits im Altertum war Liebstöckel ein beliebtes Heilmittel, das beispielsweise bei Halskrankheiten und zur Behandlung von Wunden eingesetzt wurde. Es galt als verdauungsfördernd und magenerwärmend und fand bei der Behandlung von Magenerkältung und Engbrüstigkeit Verwendung.

In der Schweiz und im Elsaß trank man bei Halsschmerzen Milch durch die Pflanzenstengel.

In der traditionellen Volksheilkunde wird Liebstöckel auch bei Menstruationsstörungen sowie als schleimlösendes Mittel eingesetzt. Die stärkenden Effekte auf den Unterleib entfalten sich am besten, wenn man aus Liebstöckel einen Sud herstellt und diesen als Badezusatz verwendet. In der  Homöopathie und anthroposophischen Medizin wird Liebstöckel u. a. bei Mittelohrentzündungen angewendet.

Wo wir gerade beim Thema sind: In der esoterischen Lehre und in der Anthroposophie wird dem Liebstöckel eine ganze Reihe spezieller Eigenschaften zugesprochen. So gilt es als Mittel zur Förderung bestimmter Prozesse im Kehlkopf-Chakra und unterstützt die Kreativität. Zudem wirkt es respekteinflößend, macht unberührbar und lässt als leichtes Aphrodisiakum die Liebe fließen. Die Bauernmädchen in Franken trugen beispielsweise ein Sträußchen unter ihrem Mieder, um ihren Liebsten zu bezirzen. Liebstöckel hilft gegen Geschwätzigkeit, Tagträumen und gegen ständig missverständliche
Beziehungssituationen (Abstand-/Nähe-Problematik). Auch hilft es dabei, von außen herbeigeführte Veränderungen im Leben (etwa durch einen Unfall oder einen Schicksalsschlag) besser zu meistern.

Und zu guter Letzt noch ein Rezept für eine Kartoffelsuppe – selbstverständlich gewürzt mit Liebstöckel.

Die Zutaten:

  • 150 g durchwachsener Speck
  • 125 g Zwiebeln
  • 1 Kg Kartoffeln
  • 1 Bund Suppengrün (Petersilie, Schnittlauch, Meisterwurz, Zwiebelröhrchen)
  • 1 kleine Stange Porree
  • 2,5 l Wasser
  • Salz, Pfeffer
  • Liebstöckel
  • 125 ml süße Sahne
  • Knackwürste

Mengenangaben für 4 Personen

Die Zubereitung:
Als erstes lassen wir die Speckwürfel aus und dünsten die gewürfelten Zwiebeln im Speckfett glasig. Die Kartoffeln schälen und vierteln wir, geben sie gemeinsam mit dem kleingeschnittenen Gemüse mit zu Speck und Zwiebelwürfeln und lassen alles schmoren. Wenn der Inhalt Farbe bekommen hat füllen wir mit Wasser auf, würzen mit Salz, Pfeffer und Liebstöckel und lassen alles rund 45 Minuten kochen.
Anschließend evtl. nachwürzen, mit der Sahne verfeinern und die Würste in der Suppe etwa 10 Minuten ziehen lassen. Fertig!

Ich wünsche einen guten Appetit.

Für Rückfragen zum Liebstöckel oder anderen Kräutern und Heilpflanzen stehe ich Ihnen immer gerne zur Verfügung.

Ihre Christine Keck

Die Anwendung von Heilkräutern ersetzt nicht den Arzt. Die Kräuter sollen weder die Schulmedizin ersetzen noch zur Selbstbehandlung bei Erkrankungen auffordern. Bitte begeben Sie sich bei den geringsten Anzeichen einer Erkrankung in die Hände eines Arztes. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die beschriebenen Anwendungen und Informationen entstehen können. Anwendungen erfolgen ausdrücklich auf eigene Gefahr und Verantwortung. Für die Richtigkeit oder Vollständigkeit können wir keine Gewähr übernehmen.

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